Die Ehrenstrafe

Das Paradeinstrument dieser Strafen war der Pranger in seinen vielen Formen. Dazu gehören der Stehpranger,der Stock (Sitzpranger) das Halseisen, das Schandfass, Die Schandgeige, die Halskrause und die Doppelschandgeige. Der Pranger war das Strafinstrument für kleinere Vergehen und auch die Strafe für Ersttäter, das heisst, einem jugendlichen Obstdieb wurde nicht gleich die Hand abgehackt wenn er das erste mal erwischt wurde. Da kam er noch mit einer Verwarnung davon. Beim zweiten Mal kam der Pranger zum Einsatz.

Die Strafe konnte noch durch Peitschenhiebe oder Brandmarkung verstärkt werden und erst bei der dritten Verfehlung wurde dem unverbesserlichen die Hand die die Verbrechen verübt hat abgeschlagen. Der Pranger wurde für ethliche Verfehlungen eingesetzt und weil die meisten Leute weder Lesen noch Schreiben konnten, wurden die Verurteilten mit Symbolen behängt (siehe Bild links) die den Grund für die Bestrafung verdeutlichten. Vielfach wurden die Angeprangerten mit allerlei Unrat beworfen, was als sehr belustigend empfunden wurde.

Es war auch eine willkommene Abwechslung in diesem eintönigen Alltag. Notorische Zecher wurden mit einer Halskette aus Spielwürfeln, Spielkarten und Tabakspfeiffen dekoriert. Ein Würfel hatte etwa die Grösse und das Gewicht einer Bowlingkugel, zwei waren mindestens an einem Schmuckstück befestigt damit das Gewicht des Vergehens verdeutlicht wurde.

Schlechte Musikanten mussten die Schandflöte tragen. Trunkenbolde wurden mit einer eisernen Maske in Form eines Schweinekopfes denunziert. Die wohl schlimmste Denunziation erfuhren Leute denen eine eiserne Teufelsmaske mit schlössern am Kopf befestigt wurde. Im Gegensatz zu der vorher beschriebenen Schweinemaske blieb die Schande selbst nach Entfernung der Maske an der denunzierten Person haften und schloss ihn aus der Gesellschaft aus, was erhebliche Nachteile im Berufsleben und profahnen Dingen wie dem Nahrungserwerb mit sich brachte.

Die Schandgeige wurde verwendet, wenn man den Verbrecher direkt am Tatort Ausstellen wollte oder wenn sich jemand in einer Menschenmenge, wie zum Beispiel einem Wochenmarkt, daneben benommen hatte. In diesem Fall wurde der Täter in der Schandgeige an einem Seil oder Kette durch die Massen gezehrt, wo sich jedermann durch Schlagen, Treten und Spucken an der Bestrafung beteiligen konnte.

Auch bei der Verbannung wurde die Schandgeige eingesetzt. Der Scharfrichter prügelte den oder die Verurteilten in der hölzernen Vorrichtung mit einem Staubbesen aus der Stadt. Diese Vorrichtung existierte auch noch in einer anderen Version, wobei zwei Personen eingeschlossen werden konnten. Es ist überliefert, dass die sogenannte Doppelschandgeige vor allem für streitsüchtige Weiber verwendung fand. Das Schandfass war eine andere Variante um jemanden auf peinliche Weise bloss zu stellen. Das konische bodenlose Fass, mit einem Loch das sich verjüngen lässt um den Hals zu fixieren und den Kopf unverhüllt zu präsentieren, wurde mit der jeweiligen Freveltat bemalt und der Angeprangerte konnte sich weder Verstecken, noch kam er mit dem dicken Fass durch eine Türe um sich seiner Verhönung zu entziehen. In manchen Städten wurde der Stehpranger und das Halseisen verwendet, es ist aber nicht auszumachen, was die Wahl des instruments beeinflusste oder welches als schlimmer erachtet wurde.